Bildung

 Gleiche Lebenschancen für alle durch bessere Bildung

Für Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten ist die Chancengleichheit für alle Kinder und Jugend-lichen das Ziel ihrer Bildungspolitik. Ein hoher Bildungsstand der Gesellschaft ist die beste Voraus-setzung für die gute wirtschaftliche Entwicklung des Landes. In unserer Bildungspolitik treffen sie sich diese zwei Seiten einer Medaille. Niedersachsen muss die Bildungspotenziale aller Kinder und Jugendlichen besser fördern und das Bildungsgefälle zwischen Stadt und Land und Arm und Reich abbauen. Die Chance eines Kindes aus oberen Sozialschichten, das Gymnasium zu besuchen, ist 5,8-mal höher als die eines Kindes aus unteren sozialen Schichten. Reformen im Bildungsbereich sind sehr personal- und kostenintensiv. Doch: da die Bildungsausgaben von heute morgen die Ausgaben im sozialen Bereich reduzieren und für eine innovative Gesellschaft sorgen, wird die SPD alles tun, um mehr Geld für Bildung einzusetzen.

Frühkindliche Bildung – Bildung von Anfang an

Die Grundlagen für eine erfolgreiche Bildungslaufbahn und mehr Chancengleichheit werden schon in
den ersten Lebensjahren gelegt. Eine frühe intensive Förderung ist der Türöffner für eine erfolgreiche
spätere Bildungslaufbahn. Es ist sicherzustellen, flächendeckend ausreichend Krippenplätze zu schaffen. Deshalb unterstützen wir Einrichtungen wie das „Drachennest“ in Wilhelmshaven, in der insbesondere für berufstätige und alleinerziehende Mütter Kinder im Krippenalter von früh morgens bis spät abends intensiv betreut und gefördert werden. Wir werden uns dafür einsetzen, dass der Ausbau von Krippen sich am tatsächlichen Bedarf orientiert und der Personalschlüssel dieser Ein-richtungen verbessert wird. Zudem sind die Gruppengrößen in den Kindertagesstätten für die Kinder von drei bis sechs Jahren zu reduzieren.

Gute Schule – gute Bildung

Uns geht es um die Gestaltung der individuellen Bildungschancen der Kinder, so dass sich auch die Chancen der aus prekären Lebenssituationen stammenden Kinder verbessert. Es geht uns aber auch darum, die Zukunftsfähigkeit unseres Landes zu gestalten und damit eine Antwort auf den demo-grafischen Wandel zu geben. Auf dieser Grundlage haben wir Vorstellungen erarbeitet, wie eine „Gute Schule“ aussehen muss. Wir werden Schluss machen mit der starren und mit Verboten arbeitenden Schulstrukturpolitik. Wir sind überzeugt davon, dass die pädagogischen Konzepte, die Planungen der einzelnen Schulträger und die Elternwünsche vor Ort dazu führen werden, dass es zunehmend nur noch Gymnasien und Gesamtschulen gleichberechtigt nebeneinander geben wird. Zu einer „Guten Schule“ gehören auch ein Beratungs- und Unterstützungssystem durch schulische Sozialarbeit, Schulpsychologie und Beratungslehrkräfte, eine gute Unterrichtsversorgung und kleinere Klassen, sowie moderne Formen der Leistungsprüfung (Präsentationen, Projektarbeiten, Teamproduktionen). Jedes Kind ist einzigartig und muss mit seinen Stärken und Schwächen angenommen und individuell gefördert werden. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass die Inklusion, also der gemeinsame Schulbesuch von Kindern mit und ohne Behinderung, zur Regel gemacht wird.

 

Grundschulen

Die Grundschulen sind das Fundament einer guten schulischen Bildung. Für uns stehen die Grund-schulen an vorderster Stelle bei der Einführung qualitativ hochwertiger Ganztagsschulen. Dabei spielen die Sprachförderung und die Sicherung der Schulqualität in Zeiten zurückgehender Schüler-zahlen eine wesentliche Rolle. Notwendige Schulzusammenlegungen dienen dieser Qualitätssiche-rung und dem Erhalt der Mehrzügigkeit, sowie der Reduktion der Klassenobergrenzen. Wir werden zusammengelegte Grundschulen bei der Umwandlung in eine Ganztagsschule vorrangig berück-sichtigen.

Integrierte Gesamtschulen

Für die Integrierten Gesamtschulen muss die Schlechterstellung und Diskriminierung wieder rückgän-gig gemacht werden. Wir werden vierzügige Gesamtschulen zulassen und Gesamtschulen zur ersetzenden Schulform entwickeln. Die hohe Akzeptanz der Wilhelmshavener Integrierten Gesamt-schule und der Bau einer neuen Gesamtschule in Friesland bestätigen diesen Kurs. Ebenso wird das Abitur nach neun Jahren an den Gesamtschulen wieder eingeführt.

Oberschulen / Gymnasien

Oberschulen sind dort sinnvoll, wo keine ausreichenden Schülerzahlen an Standorten für Gymnasien oder Gesamtschulen vorhanden sind. Damit kann die Oberschule insbesondere im ländlich strukturier-ten und schwach besiedelten Räumen als Schulform der Sekundarstufe I ohne eine Oberstufe auch mit einer kleinen Zügigkeit weiterführt oder errichtet werden, wenn der Schulträger und die Eltern dies wollen. Die Gymnasien werden wir aufgrund ihrer hohen Akzeptanz bei den Eltern und Schülern als wichtige Säule der niedersächsischen Schullandschaft erhalten und weiterentwickeln. An den Gymnasien soll die Möglichkeit, das Abitur nach acht Jahren abzulegen, erhalten bleiben.

Ganztagsschulen

Unser langfristiges Ziel wird der Ausbau aller Schulen zu echten Ganztagsschulen sein. Zur Umsetzung dieses Zieles wird ein Stufenplan entwickelt. Parallel zu den Integrierten Gesamtschulen werden vorrangig die Grundschulen zu echten Ganztagsschulen ausgebaut. Gleichzeitig soll auf der Grundlage sozialräumlich erhobener Daten ermittelt werden, welche Schulen besonderen Bedarf an vollwertiger Förderung ermöglichender Ganztagsbetreuung haben. Dies kann z.B. infolge eines hohen Anteils von Schülern mit Migrationshintergrund oder eines im jeweiligen Wohnbereich ermittelten erhöhten Armutsrisikos und daraus resultierender Chancenungleichheit der Fall sein.

Qualifizierte berufliche Bildung

Berufliche Bildung muss gute Startchancen der Jugendlichen in das Berufsleben garantieren. Sie soll den steigenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften decken und so die Wirtschaft in Niedersachsen
wettbewerbsfähiger machen. Die SPD bekennt sich zum Prinzip der dualen Berufsausbildung und wird die Partnerschaft zur ausbildenden Wirtschaft ausbauen. Die schon jetzt hervorragende Zusammenarbeit zwischen den Wilhelmshavener Berufsschulen und dem Handwerk und der Industrie werden wir in diesem Sinne weiter fördern. Wir werden die Bildungsangebote an den Berufsbildenden Schulen differenzieren und entsprechend den jeweiligen regionalen, wirtschaftlichen und sozial-strukturellen Gegebenheiten gestalten. Unser Ziel ist es, für alle Jugendlichen eine qualifizierte Ausbildung zu gewährleisten. Dazu wollen wir alle Berufsbildenden Schulen zu regionalen
Kompetenzzentren umgestalten. Sie spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, berufsbildende Netzwerke (»Regionen des Lernens«) zu schaffen, in dem die Berufsbildenden Schulen und regionale Partner zusammenwirken.

Hochschulen: Kraftwerke für Ideen und Innovation

Hochschulen sind Orte der Orientierung mit Bildungsauftrag. An den Hochschulen werden die dringend benötigten hoch qualifizierten Arbeitskräfte von morgen ausgebildet. Diese Ausbildung muss auch Kindern aus einkommensschwachen Familien ermöglicht werden. Deshalb werden wir Studiengebühren für das Erstsemester abschaffen und für eine Erhöhung des BAFÖG eintreten. Hochschulen legen die Grundlagen für neue Verfahren und Produkte und sorgen für einen schnellen Transfer neuen Wissens in die Wirtschaft und sie vermitteln uns neue Erkenntnisse. Sie tragen entscheidend dazu bei, den gesellschaftlichen Fortschritt zu ermöglichen. Hochschulen sind wichtige Einrichtungen für die Bedeutung einer Stadt. Auch die Jade Hochschule in Wilhelmshaven spielt eine entscheidende Rolle. Sie ist ein starker Motor für die regionale Wirtschaft. Im Hochschulbereich darf zukünftig nicht mehr gespart werden. Gezielte und höhere Investitionen in unsere Hochschulen sind nötig, um die Bedingungen für die Forschung zu verbessern.