Kultur & Medienpolitik

Kulturelle Teilhabe für alle

Kunst und Kultur und ihre Kreativität ist eine wichtige Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Kulturförderung ist keine Subvention, sondern Investition in die Zukunft. In der Begeg-nung mit den Künsten werden Wahrnehmungssensibilität, Kreativität und Flexibilität, emotionale Intelligenz und Mut zur eigenen Meinung, Offenheit und Toleranz herausgebildet. Deshalb besitzen die kulturellen Einrichtungen in Wilhelmshaven wie etwa die Landesbühne, die Stadtbibliothek, die Volkshochschule, die Kunsthalle oder aber das Pumpwerk für uns eine immense Bedeutung. Wir treten ein für die Förderung und die Freiheit von Kunst und Kultur. Kunst und Kultur darf kein Luxus für Wenige sein. Besonderen Wert legen wir deshalb auf den Bereich der kulturellen Teilhabe. Insbesondere im schulischen und außerschulischen Bereich für Kinder und Jugendliche ist kulturelle Bildung ein entscheidender Schlüssel zur gerechten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Kultur- und Medienpolitik für Niedersachsen

Die SPD wird den Musik- und Kunstunterricht in der Schule sichern, die Einbindung von Künstlern in den Schulalltag erleichtern sowie die kulturellen Einrichtungen bei der Zusammenarbeit mit Kinder-tagesstätten und Schulen unterstützen. Sehr begrüßen wir in diesem Zusammenhang die Projekte der Landesbühne Wilhelmshaven und des Jungen Theaters mit Schulklassen, Betrieben, Kindern und Rentnern. Wir werden dafür Sorge tragen, dass kulturelle Bildung nicht von der sozialen Herkunft abhängig ist. Vielmehr ist sie selbstverständlicher Bestandteil auf allen Ebenen. Wir werden die pädagogische Arbeit in den Landesmuseen, Landestheatern und Landesopernhäusern stärken, sowie die kulturelle Grundversorgung mit Bibliotheken, Kunst- und Musikschulen und Museen sichern. Generell ist ein Kulturentwicklungsplan in enger Abstimmung mit den Kommunen zu erarbeiten. Und: wir stehen für die Sicherung der finanziellen Grundlagen unserer Kultur ein.

Vielfalt Niedersachsens drückt sich in kultureller Vielfalt aus

Niedersachsen hat in seinen vielfältigen Landschaften reiche kulturelle Traditionen, die wir schützen
und fördern wollen. Die Öffnung der Grenzen, die europäische Einigung, Mobilität und Zuwanderung
haben uns kulturelle Anregungen aus aller Welt gebracht, die unser Leben zusätzlich bereichern. Der Dialog zwischen den Kulturen dient dem inneren und äußeren Frieden, aber auch der Integration.
Wenn friedliche Globalisierung gelingen soll, brauchen wir eine Kultur der Anerkennung, die der Ausgrenzung von Minderheiten und ebenso der Bildung von Parallelgesellschaften entgegenwirkt. Mehrsprachigkeit, Interkulturalität und kulturelle Vielfalt sind positive Werte, die nicht nur die Lebens-qualität von uns allen verbessern, sondern auch die Lebens- und Arbeitschancen der jungen Gene-ration. So können die Arbeit der spanischen, griechischen oder türkischen Kulturvereine in Wilhelmshaven oder aber die Tage der offenen Moscheen nicht hoch genug eingeschätzt werden. Förderung der Teilhabe bedeutet auch, andere kulturelle Herkunft wertzuschätzen. Unsere Gesellschaft ist bunter geworden. Und darauf muss Kulturpolitik reagieren. Wir wollen Kultur als Instrument der Integration nutzen.

 

Künstlerinnen und Künstler / Kultur- und Kreativwirtschaft unterstützen

Künstlerinnen und Künstler brauchen Unterstützung – durch Stipendien sowie durch Auftritts- und Ausstellungsmöglichkeiten. Wir werden die Schaffung von Künstlerateliers und Proberäumen z. B. für Musikgruppen unterstützen und stehen zur nachhaltigen Absicherung von Stipendien für Künstler und Künstlerinnen. Eine vorbildliche Rolle spielt dabei die Wilhelmshavener Musikerinitiative. Wir sehen das große Wachstums- und Beschäftigungspotenzial der Kultur- und Kreativwirtschaft. Sie ist eine Schlüsselbranche mit hoher Dynamik, die es zu stärken gilt.

Gute Medienpolitik ist für die Sicherung der Demokratie unerlässlich

Demokratie braucht starke und unabhängige Medien. Eine moderne Demokratie kann nicht existieren ohne verantwortliche, der Demokratie verpflichtete Medien. Sie sind für uns Kultur- und Wirtschafts-gut. Die SPD steht fest zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Er ist Garant für Meinungsfreiheit, Pro-grammvielfalt und unabhängige Informationssicherheit. Zudem werden wir sicherstellen, dass die niedersächsischen Bürgersender entwicklungsfähig bleiben und an der Digitalisierung der Medien-landschaft teilhaben. Radio Jade als nichtkommerzielles, niedersächsisches Bürgerradio für Wilhelmshaven und die Region ist deshalb auch weiterhin aktiv zu fördern. Wir setzen auf die Vielfalt der niedersächsischen Verlage, die längst zu Medienhäusern geworden sind. Sie sind vor allem im Lokalen und Regionalen für den Zusammenhalt und den Willensbildungsprozess unverzichtbar. Im weiterzuentwickelnden Niedersächsischen Mediengesetz stehen Aspekte der crossmedialen Verflechtungen und Anforderungen einer digitalisierten Medienwelt sowie die wachsende Verschmelzung von Presse, Rundfunk und Internet im Fokus.

Medien- und Informationskompetenz in Niedersachsen verankern und ausbauen

Die digitalen Medien sind zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Alltags geworden. In allen Lebensbereichen eröffnen sie nie da gewesene Kommunikationsmöglichkeiten und Informations-quellen. Informationsbeschaffung über Neue Medien wird in wenigen Jahren die wichtigste Form in der Gesellschaft sein. Die gesellschaftliche Teilhabe und den Zugang zum Wissen für alle ist dabei von enormer Bedeutung. Ein Schlüssel dazu ist die Vermittlung von Medienkompetenz in allen Berei-chen der Bildung. Medienkompetenz ist die entscheidende Grundlage für digitale Teilhabe. Eine SPD-geführte Landesregierung wird ein Konzept zur Vermittlung von Medien- und Informationskompetenz umsetzen, das alle Bausteine der Bildung und des lebenslangen Lernens aufnimmt und nachhaltig verankert.

Jugendmedienschutz in den Fokus nehmen

Die Diskussion über die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen bleibt unvollständig, wenn sie
sich allein auf Probleme, Risiken und Defizite bezieht. Alle, die in Erziehung und Bildung Verantwort-ung tragen, sollten auch das positive Potenzial erkennen und anerkennen, das von der Nutzung moderner Medien ausgeht. Die digitale Jugendkultur mit ihren kreativen Möglichkeiten bedarf der Akzeptanz und Wertschätzung. Jugendschutz im Internet greift aber zu kurz, wenn Schutzbestimmun-gen, die für den Rundfunk, insbesondere das Fernsehen gelten, einfach übertragen werden. Den besten Schutz vor kinder- und jugendgefährdenden Inhalten - nicht nur im Internet - schafft Medienkompetenz. Kein Jugendlicher darf die Schule ohne grundlegende Medienbildung verlassen.

Filmförderung neu aufstellen und zum Instrument der Kulturförderung entwickeln

Die Nordmedia, eine 2001 gegründete gemeinsame Mediengesellschaft der Bundesländer Niedersachsen und Bremen, ist seit über zehn Jahren ein Herzstück niedersächsischer Medienpolitik. Sie hat zahlreiche Erfolge erzielt. Viele von ihr mitgeförderte Film- und TV-Projekte wurden auf den großen Filmfestivals mit Preisen ausgezeichnet. Die Nordmedia gilt es zu erhalten, aber in einem sich weiterhin rasant entwickelnden Medienmarkt auch neu zu positionieren. Sie muss sich an den medienwirtschaftlichen Realitäten orientieren. Im Mittelpunkt muss dabei die Unterstützung von Produktionsunternehmen und die damit verbundene Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen in Niedersachsen stehen. Die Zusammenarbeit mit den Medienhochschulen des Landes ist zu verstärken. Solche Kooperationen stärken die Medienkompetenz und –ausbildung in Niedersachsen. Das käme beispielsweise auch dem Studiengang Medienwirtschaft und Journalismus der Wilhelmshavener Jade Hochschule zugute, welcher Absolventinnen und Absolventen dazu befähigen soll, Managementfunktionen für Medienprojekte zu übernehmen. Wir setzen dabei die Priorität auf eine nachhaltige Wirtschafts- und Medienförderung. Zudem werden wir die Entwicklung eines starken niedersächsischen Produzentenverbandes nachhaltig unterstützen, sowie Raum schaffen für die vielfältigen Zielgruppen, die filmischen Ausdrucksmöglichkeiten und neue Entwicklungen. In einer zu errichtenden „Stiftung Filmkultur“ sollten finanziell gut gestellte Stiftungen, Unternehmen und Künstler um finanzielles Engagement gebeten werden.